SAMe: erfolgreicher Einsatz nicht nur bei Depressionen

Zuletzt aktualisiert am 21. Januar 2023 von Martin Hirsch

Wenn auch Du ein Fan von natürlichen Mitteln gegen Depressionen bist, kann SAMe (auch SAM-e) für Dich vielleicht die richtige Substanz sein.

SAMe ist seit fast drei Jahrzehnten in Europa und in den USA als Mittel gegen Depressionen im Einsatz. Empfehlenswert ist es insbesondere, wenn andere natürliche Präparate bereits versagt haben.
Vielversprechend ist SAMe auch, wenn Du außerdem an einer bestimmten Suchtkrankheit wie zum Beispiel Alkoholismus leidest.
Bevor Du mit der Einnahme von SAMe beginnst, solltest Du Dir auf jeden Fall zuvor den ganzen Artikel durchlesen und Dich über mögliche Neben- und Wechselwirkungen informieren.

Was ist SAMe genau?

SAMe ist die Abkürzung für S-Adenosylmethionin. Hierbei handelt es sich um eine Verbindung aus Aminosäuren. SAMe entsteht bei einer chemischen Reaktion der Aminosäure Methionin mit dem Nukleotid Adenosintriphosphat.
SAMe ist in sämtlichen Zellen des Körpers enthalten und an zahlreichen biochemischen Prozessen im Körper beteiligt. Es hilft, Hormone zu produzieren und Zellmembranen aufrecht zu erhalten.
Auch an der Produktion des so genannten Glückshormons Serotonin ist SAMe beteiligt. Ebenso spielt es bei der Produktion drei weiterer Neurotransmitter im Gehirn eine Rolle, die ebenfalls für die Stimmungsregulierung zuständig sind.

Wie kann ein SAMe-Mangel entstehen?

Mit dem Alter nimmt die Produktion von SAMe immer weiter ab. Aber auch durch ungesunde Ernährung kann ein SAMe -Mangel entstehen.
Es gibt Hinweise darauf, dass es dem Körper insbesondere bei fehlendem Vitamin B12 oder Folsäure an SAMe mangeln kann. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass diese Vitamine zur Erzeugung von SAMe benötigt werden.
Negative Effekte auf den SAMe-Spiegel werden außerdem dem Missbrauch von Alkohol oder aufputschenden Substanzen zugeschrieben.

Welche Folgen sind bei einem Mangel an SAMe zu befürchten?

Da SAMe in zahlreichen biochemischen Prozessen im gesamten Körper beteiligt ist, sind Konsequenzen in unterschiedlichsten Bereichen zu erwarten.
Betrachtet man die menschliche Psyche, so lässt sich feststellen, dass ein enger Zusammenhang mit einem niedrigen SAMe-Spiegel und Depressionen besteht.

Wobei hilft SAMe?

SAMe ist insbesondere für drei Arten von Beschwerden indiziert: Depressionen, Lebererkrankungen und Arthritis.
Bei Arthritis konnte SAMe in Studien eine ähnliche Wirksamkeit bestätigen wie herkömmliche entzündungshemmende Medikamente. Jedoch sind die Nebenwirkungen von SAMe deutlich geringer als bei den traditionellen Arzneimitteln.
Der Einsatz von SAMe bei Leberkrankheiten muss noch genauer geprüft werden. Während einige Studien von positiven Ergebnissen berichten, ist anderen Versuchen zufolge noch nicht gesichert, dass SAMe in diesem Bereich wirklich hilft.
Jüngere Studien untersuchen, ob SAMe auch bei Demenz oder bei ADHS positive Wirkungen hat.
Bezüglich der Wirksamkeit von SAMe bei Depressionen weisen wissenschaftliche Studien unterschiedliche Ergebnisse auf. In einigen Veröffentlichungen wird der Therapieerfolg von SAMe bei Depressionen besonders hervorgehoben. Demnach sei SAMe effektiver als herkömmliche chemische Antidepressiva.
Andere Forscher sind hingegen der Ansicht, dass anderen natürlichen Mitteln gegen Depression wie Aminosäuren oder Johanneskraut SAMe gegenüber der Vorzug zu geben sei.

In welchen Fällen ist die Einnahme von SAMe bei Depressionen sinnvoll?

Es kann jedoch festgestellt werden, dass gerade bei bestimmten persönlichen Konstellationen die Einnahme von SAMe vorteilhaft sein kann. Vor allem bei älteren Personen (ab etwa 40 Jahren) wird von positiven Erfolgen im Rahmen einer SAMe-Therapie berichtet.

Auch für alkoholkranke Personen oder für Menschen, die an einer Suchtkrankheit leiden, die Kokain oder andere Aufputschmittel betrifft, kann SAMe das optimale Mittel gegen Depression sein.

Sollten zusätzlich zu der Depression noch weitere gesundheitliche Beschwerden vorhanden sein, die im Zusammenhang mit der SAMe-Produktion stehen, ist SAMe sicherlich eine gute Wahl. Dies betrifft also vor allem Leberprobleme oder Arthritis.

Da jeder Körper anders reagiert, kann sich eine Einnahme von SAMe unter Umständen als sehr erfolgreich in Deiner Therapie gegen Depressionen erweisen. Lass Dich hierzu am besten professionell beraten.

 

Wie und wo ist SAMe erhältlich?

SAMe kannst Du als Nahrungszusatz zum Beispiel bei zahlreichen Online-Händlern kaufen. In der Regel wird SAMe in Kapseln angeboten.

Da es sich bei SAMe um ein Nahrungsergänzungsmittel handelt, sollest Du immer genau auf die Zusammensetzung des Präparats achten. Da Nahrungsergänzungsmittel nicht so strengen Auflagen unterliegen wie Arzneimittel, empfehle ich Dir, SAMe von dem Hersteller Deines Vertrauens zu kaufen.

 

Welche Nebenwirkungen kann SAMe verursachen?

Nebenwirkungen sind bei SAMe äußerst selten und verlaufen in der Regel recht mild. Dennoch sind einige Nebenwirkungen zu verzeichnen. Zu diesen gehören:

  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit
  • Schlaflosigkeit
  • Schwindel
  • Reizbarkeit
  • Angst
  • Schwitzen
  • Verstopfung
  • Durchfall

Wenn Du eine von diesen oder andere Nebenwirkungen bei Dir beobachten solltest, setz Dich am besten mit Deinem Arzt in Verbindung.

 

Wann sollte man lieber auf die Einnahme von SAMe verzichten?

Falls Du an einer bipolaren Störung leiden solltest, kann SAMe eine manische Phase auslösen. Du solltest daher vorher mit Deinem Arzt Rücksprache halten, ob Du SAMe einnehmen darfst.

Auch bei einer Immunsystemschwäche ist SAMe nicht empfehlenswert. SAMe hat die Eigenschaft das Wachstum von Micro-Organismen zu beschleunigen. Dies gilt aber auch für krankheitsauslösende Bakterien.

Außerdem muss ich Dich darauf hinweisen, dass es noch keine Untersuchungen zu der Einnahme von SAMe bei Kindern gibt. Auch für die Schwangerschaft und Stillzeit kann bezüglich der Verträglichkeit wegen mangelnder Studien keine Aussage getroffen werden.

Kinder sowie schwangere oder stillende Frauen sollten dementsprechend auf die Einnahme von SAMe verzichten.

 

Gibt es Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten?

SAMe wirkt auf den Serotonin-Haushalt ein. Da die meisten verschreibungspflichtigen Medikamente gegen Depression ebenfalls bei dem Glückshormon ansetzen, kann es zu dem so genannten Serotonin-Syndrom kommen.
Zu den Medikamenten, die im Verdacht stehen, mit SAMe zu interagieren, gehören beispielsweise MAO-Hemmer, Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer, Triptane, tri- und tetrazyklische Antidepressiva.

Falls Du ohnehin regelmäßig Medikamente zu Dir nehmen musst, insbesondere falls diese Dir im Rahmen Deiner Depression verschrieben wurden, solltest Du unbedingt mit Deinem Arzt sprechen, bevor Du SAMe einnimmst.

 

Wie ist SAMe einzunehmen?

SAMe wird in der Regel in Form von Kapseln für die orale Einnahme angeboten.

Zu Beginn wird eine Dosis von zwei Mal 200 mg täglich empfohlen, wobei die erste Dosis vor dem Frühstück und die zweite Dosis vor dem Mittagessen erfolgen sollte. Diese Dosierung sollte zwei Wochen lang beibehalten werden.
Sollte sich nach zwei Wochen kein positiver Effekt eingestellt haben, kann die Dosis auf zwei Mal täglich 400 mg erhöht werden.

Wenn nach weiteren zwei Wochen keine Wirkung von SAMe festzustellen ist, solltest Du Deinen Therapeuten oder behandelnden Arzt um Rat fragen.

Bitte erhöhe die Dosis in diesem Fall nicht eigenmächtig. Es ist möglich, dass Du lediglich ein Kombinationsprodukt benötigst oder zusätzlich Vitamine einnehmen musst.

 

Das Wichtigste für Dich noch einmal zusammengefasst:

  • SAMe ist eine natürliche Aminosäuren-Verbindung.
  • SAMe hilft nicht nur bei Depressionen, sondern auch bei Arthritis und Leberproblemen.
  • Die Wirkung bei Depressionen wird einerseits hoch gelobt und andererseits für unzureichend gehalten.
  • Die Aminosäuren-Verbindung ist vergleichsweise arm an Nebenwirkungen.
  • Es können Wechselwirkungen mit anderen Antidepressiva entstehen. Ein Serotonin-Syndrom kann ausgelöst werden.
  • SAMe ist als Nahrungsergänzungsmittel im Handel frei erhältlich.

 

Quellen