Depressionen: Anzeichen und Symptome früh erkennen

Zuletzt aktualisiert am 21. Januar 2023 von Martin Hirsch

Kaum etwas wird von der unbetroffenen (!) Allgemeinheit so falsch eingeschätzt, wie eine Depression. Nein, Betroffene sind nicht nur schlecht drauf, von Natur aus pessimistisch oder gar schwach. Es handelt sich um eine tatsächliche Krankheit, die Du – je länger Du wartest – nur schwer wieder komplett loswirst. Nicht umsonst unterscheiden auch die Ärzte zwischen einer leichten, mittelschweren und starken Depression. Wenn Du Dir also etwas Gutes tun willst, dann freunde Dich so schnell wie möglich mit der Diagnose Depression an. Erst wenn Du weißt, was mit Dir nicht stimmt, kannst Du effektiv dagegen angehen. Zu Beginn gibt es für Dich erst mal gute Nachrichten: Depressionen sind absolut heilbar. Du hast also keinen Grund zu verzweifeln oder Dich gar für Deine aktuelle Situation zu schämen und Du bist auch nicht allein. Laut der WHO leiden derzeit 5,2 Prozent der deutschen Bevölkerung unter Depressionen. Leider mit steigender Tendenz. Doch Wissen ist Macht! Je mehr Du über diese Krankheit erfährst, desto mehr wird Dir alles wie Schuppen von den Augen fallen und Du kannst den Kampf gegen die Depression Schritt für Schritt angehen. In diesem Artikel bringen wir Licht ins Dunkel und Dich hoffentlich näher an eine Diagnose.

 

Leidest Du derzeit wirklich unter einer Depression?

Zuerst gilt es logischerweise herauszufinden, ob Dein Zustand tatsächlich auf Depressionen zurückzuführen ist. Falls ja, kannst Du mithilfe der möglichen Symptome einer Depression abschätzen, wie schwer Du betroffen bist. Eine Depression äußert sich in der Regel, sowohl durch psychische, wie auch körperliche Symptome. Auch an eigenen Verhaltensweisen kannst Du feststellen, wie schwer Du betroffen bist. Hoffentlich musst Du für Dich nicht zu viele Punkte abhaken. Doch jetzt sehen wir der Realität erst einmal ins Auge.

Körperliche Symptome und Anzeichen- wenn die Psyche aus dem Gleichgewicht gerät spielt auch der Körper verrückt

Allgemein besteht die Annahme, dass Depressionen ein rein psychisches Problem sind. Doch weit gefehlt. Psyche und Körper sind voneinander abhängig und sollten in Einklang gebracht werden. Je stärker die Depression, desto mehr Einfluss nimmt sie auf den gesamten Körper. Bis hin zu Symptomen, die man auf den ersten Blick gar nicht mit einer Depression in Verbindung bringt. So ist es zum Beispiel bekannt, dass unterdrückte Emotionen wie Wut und Schuldgefühle zu Angstzuständen und Panikattacken führen können. Es hat fast den Anschein, als würden unterdrückte negative Gefühle versuchen, mit Hilfe von körperlichen Symptomen auf sich aufmerksam zu machen. Welche körperlichen Symptome bei Depression auftreten können, listen wir hier für Dich auf:

  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Herz- und Kreislaufprobleme
  • erhöhter Blutdruck
  • Antriebslosigkeit
  • ständige Müdigkeit
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • geminderte Stressresidenz
  • allgemeines Unwohlsein
  • Sehstörungen / das Gefühl man hätte einen Schleier vor den Augen
  • starke Muskelverspannungen
  • Schwindelgefühle / Gleichgewichtsstörung
  • unerklärliche körperliche Beschwerden
  • Hauterkrankungen / Ausschläge
  • Gewichtsabnahme / Gewichtszunahme
  • unerklärliche Erschöpfungsgefühle
  • verminderter Sextrieb
  • Essstörungen
  • innerliche Unruhe
  • Panikattacken
  • Schlafstörungen
  • Albträume

 

Psychische Symptome und Anzeichen – wie die Lebensqualität immer schwindet

Depressionen sind so viel mehr als ein bisschen schlechte Laune. Menschen Die unter Depressionen leiden verlieren in der Regel jegliche Freude am Leben. Als hätte Ihnen jemand ihr Lächeln gestohlen. Wenn die Symptome nicht richtig gedeutet werden, kann Dich eine Depression in die komplette Einsamkeit und sogar in den Suizid treiben. Dein Leben wird dann nur noch von Angst, Selbstzweifel, Lustlosigkeit und Negativität bestimmt. Oft wird dies von Deinem Umfeld falsch gedeutet und Freunde und Familie tun Dein Verhalten als Charakterschwäche ab. Doch auch die psychischen Warnsignale einer Depression sprechen eine deutliche Sprache. Wer unter folgenden psychischen Symptomen zu leiden hat, kann das Leben nur noch schwer genießen:

  •  ständige Traurigkeit
  • andauerndes Gefühl der Leere
  •  negative Lebenseinstellung
  • Verminderung der Lebenslust
  • allgemeine Lustlosigkeit
  • Gefühl keine Freude empfinden zu können
  • Angstzustände
  • gesteigerte Sensibilität
  • Vergesslichkeit
  • Entscheidungsunfähigkeit
  • das Gefühl ständig weinen zu müssen
  • ständiges Grübeln über Vergangenes
  • sich oft unverstanden fühlen
  • ein Gefühl von nicht loslassen zu können
  • Schuldgefühle
  • gemindertes Selbstwertgefühl
  • erhöhtes Selbstmitleid
  • das Gefühl komplett allein zu sein
  • die Annahme nicht mehr gesehen zu werden
  • chronische Resignation
  • Todesangst
  • Suizidgedanken

 

Verhaltensweisen bei einer Depression – Erkennst Du Dich wieder?

Sicherlich ist Dir nicht entgangen, dass sich Dein Verhalten in der letzten Zeit sehr verändert hat. Du bist der Meinung, dass Du nicht mehr Du selbst bist, und verbarrikadierst Dich immer mehr in den eigenen vier Wänden. Du bist ungewohnt sensibel und die Dinge, die früher an Dir abgeprallt sind, bringen Dich plötzlich zum Weinen. Geliebte Hobbys und Freizeitaktivitäten sind nur noch blasse Erinnerungen, die Dich nicht mehr aus dem Haus locken können. Auch Freundschaften pflegst Du nicht mehr wie früher. All das können Anzeichen für eine Depression sein. Hast Du alle oder einige der folgenden Verhaltensweisen schon an Dir entdeckt?

  • morgens kommt man nur schwer aus dem Bett
  • man schottet sich immer mehr von Freunden und Familie ab
  • kein Spaß an Freizeitaktivitäten
  • schlechte Ernährungsweise
  • unterbewusst achtloses und risikoreiches Verhalten
  • man ist schnell und oft grundlos irritiert
  • obsessiver Griff zu Drogen, Alkohol und / oder Nikotin
  • Schmerzmittelmissbrauch
  • man ist nur noch mit sich selbst beschäftigt
  • die Gedanken kreisen ständig um dieselben Dinge
  • immer wiederkehrendes zwanghaftes Verhalten
  • man argumentiert nur noch negativ
  • die eigenen vier Wände werden nur noch zum Arbeiten / Einkaufen verlassen
  • der Alltag kann nur noch schwer organisiert werden
  • Dinge, die einst Spaß machten, sind plötzlich nicht mehr relevant
  • der gewöhnliche Kampfgeist ist nicht mehr vorhanden
  • man fühlt sich ständig unfair behandelt

Okay, spätestens jetzt solltest Du wissen, ob Du betroffen bist oder nicht. Natürlich müssen nicht alle Symptome auf Dich zutreffen, aber es wichtig, dass Du weißt, wie sehr sich eine Depression nicht nur auf Deine Psyche, sondern auch auf Deinen Körper auswirken kann. Dieses Wissen hilft Dir dabei, die Symptome besser einschätzen können und einige Deiner Ängste zu mindern. Am Besten notierst Du Dir die Symptome und Verhaltensweisen, die auf Dich zutreffen. So kannst Du Deinem Arzt genau schildern, wie Dein aktueller Leidensweg aussieht. Sicherlich findet Ihr gemeinsam einen sinnvollen Weg aus der Depression.

 

Glaub an Dich und gib nicht auf

Es macht keinen Sinn den Weg weg von der Depression zu beschönigen, denn der Weg ist für jeden ein anderer. Manche Menschen haben Glück und verspüren bereits wenige Wochen nach Beginn einer Therapie eine Verbesserung. Während andere immer wieder mit kleinen oder großen Rückschlägen zu kämpfen haben. Doch solange Du nicht aufgibst und kontinuierlich an Deinem seelischen Gleichgewicht arbeitest, wird es stetig aufwärtsgehen. Versprochen! Wichtig ist: Sei nicht so hart zu Dir selbst. Am Anfang ist jeder Tag eine neue Herausforderung und ab und an wird etwas nicht so laufen, wie Du es Dir vorgestellt hast. Lerne Fehler und Schwächen zu akzeptieren, sie gehören zum Menschsein und sind ok.

 

Nach der Therapie beginnt die eigentliche Arbeit

Im Idealfall fühlst Du Dich nach einer Therapie um einiges besser. Doch jetzt gilt es, das Gelernte selbstständig umzusetzen. Stelle eine Liste zusammen von Dingen, die Dir guttun und Sachen, die Dir in der Vergangenheit eher ein schlechtes Gefühl gegeben haben. Versuche Letzteres mehr und mehr zu verbannen, damit mehr Zeit für die schönen Dinge im Leben bleibt. Befreie Dich von Schuldgefühlen und dem Zwang es immer allen recht machen zu müssen. Eine Depression ist ein Alarmsignal Deines Körpers, dass Du nicht überhören darfst. Verabschiede Dich von egoistischen Menschen aus Deinem Umfeld, die absolut nicht zu Deinem Seelenfrieden beitragen wollen. Auch wenn es sich um Familienmitglieder handelt. Freunde und Familienmitglieder, denen Du ernsthaft am Herzen liegst, werden wissen, was zu tun ist, um weiterhin ein Teil Deines Lebens zu sein.

Wir wünschen Dir, dass Du schon bald lernst, mit leichtem Gepäck durchs Leben zu ziehn. Du schaffst das!

 

Quellen